Durch Live-Operation in Ekaterinburg zum „Star“ im russischen TV

Dr. Friedrich Mainik, Viszeral-Chirurg und leitender Oberarzt am Clementinenhaus im russischen Fernsehen

Operationen per Videokonferenz

Hannover/Ekaterinburg, 10.04.2018

Dass er in einer Wissenschaftssendung des russischen Fernsehens die Hauptrolle spielen würde, hätte sich Dr. Friedrich Mainik, Viszeral-Chirurg und leitender Oberarzt am Clementinenhaus nicht träumen lassen.
Dabei war der bundesweit renommierte Spezialist für Leisten-, Narben-, Nabel-, Bauchwand- oder Zwerchfellbrüche (Hernien), der durch die Entdeckung einer neuen anatomischen Struktur im Bauchraum vor Jahren mit einem Wissenschaftspreis ausgezeichnet wurde, schon mehrfach in Russland. Dort gibt der 58-Jährige gern sein Wissen bei Live-Operationen und Video-Konferenzen weiter. Die Russlandbesuche sind für Mainik auch eine Herzensangelegenheit, zumal er selbst aus Sibirien stammt und fließend russisch spricht.
„Mehrfach war ich schon in Moskau und St. Petersburg, diesmal in Ekaterinburg“, berichtet er. Die drittgrößte Stadt Russland mit 1,5 Millionen Einwohnern ist die Hauptstadt der Ural-Region. Mainik reist während während seines Urlaubs für einige Tage nach Russland, um neue OP-Methoden oder neue Werkzeuge zu präsentieren. Auch Chefarzt Dr. Andreas Kuthe demonstrierte bereits in St. Petersburg sein handwerkliches Geschick als Viszeral-Chirurg.
Diesmal zeigte Mainik in drei Tagen sieben Operationen per Videokonferenz. „Es ging um Rezidive an Leiste und Bauchdecke, also erneute Aufbrüche. Bei einer Patientin habe ich einen komplizierten Zwerchfellbruch operiert“, so der Bauchchirurg. Die Operationen in Ekaterinburg fanden im „Stadtkrankenhaus Nr. 40“ – einer großen Klinik mit 18 OP-Sälen – in Anwesenheit von Chefarzt Dr. Eugen Nischnevich und seinem Team statt. In St. Petersburg war Chefarzt Dr. Dimitrij Dworyankin zugeschaltet. „Die Operationen wurden live in 3-D in einen Konferenzsaal übertragen und viele russische Kollegen aus der ganzen Ural-Region konnten alles live verfolgen“, erzählt Mainik.

Durch internationalen Austausch voneinander lernen

„Dabei wurde ich sogar zum TV-Star; denn das russische Fernsehen hat einen längeren Bericht gesendet.“ Diesmal habe er ein neues hochenergetisches OP-Instrument zur schnellen Blutstillung vorgeführt. „Das Instrument haben wir am Clemi getestet – und es ist deutlich preiswerter und sogar besser als die herkömmlich eingesetzten Instrumente. Für den Spezialisten aus Hannover war es nicht die letzte Reise. „Man muss sich gegenseitig helfen und voneinander lernen“, sagt er. Und der Austausch von Wissen findet nicht nur unter den Ärzten statt, auch die pflegerischen Mitarbeiter nehmen daran teil.
Daher seien auch Hospitationen und internationaler Austausch so wichtig. 2017 waren unter anderem Gruppen aus Ekaterinburg und St. Petersburg im Clementinenhaus, darunter auch die beiden russischen Chefärzte. „Wir hatten auch Hospitanten aus Shanghai, aus Ungarn und aus Kolumbien“, ergänzt Dr. Andreas Kuthe.

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